Es gibt mehr Selbstständige als je zuvor. Laut dem CBS sind es über eine Million, was einem Anstieg von 120.000 seit Anfang 2015 entspricht, während es 2014 nur ein Wachstum von 50.000 gab. Immer mehr Menschen entscheiden sich also für die Selbstständigkeit. Was bedeutet das? Welche Trends gibt es im Bereich der Selbstständigen für das kommende Jahr? Freelancer.at, die Plattform für Selbstständige, hat zehn Trends zusammengestellt.
1. Individuelle Lösungen
Österreich ist noch nicht ganz bereit für so viele Selbstständige. Die wichtigsten Dienstleistungen waren bis vor kurzem nur für Angestellte verfügbar: Renten, Hypotheken. Aber glücklicherweise entstehen immer mehr Lösungen für Selbstständige, wie zum Beispiel das Brotfonds oder das BrightPensioen und Knab Hypotheken. Diese Lösungen resultieren oft aus den Frustrationen der Selbstständigen selbst. Die Politik hat es zwar noch nicht ganz gelöst, aber die Selbstständigen wissen, was verbessert werden kann. In der kommenden Zeit können wir mit noch mehr Lösungen rechnen.
2. Flexibles Arbeiten
Mit all diesen Selbstständigen wird es immer weniger normal, alleine zu Hause im Pyjama zu arbeiten. Unternehmer finden sich zunehmend zusammen und treffen sich an professionellen oder gut bezahlbaren Flex-Arbeitsplätzen, mieten Büroräume oder verabreden sich, um in einem Café oder bei jemandem zu arbeiten. Auf Facebook gibt es bereits verschiedene Gruppen, in denen man sich für ein 'Wohnzimmerbüro' anmelden kann.
3. Virtuelle Teams
Es wird immer einfacher, zusammenzuarbeiten, selbst wenn man nicht in derselben Stadt wohnt. Cloud-Lösungen ermöglichen es, Dateien so zu speichern, dass jeder von überall darauf zugreifen kann. Mit Skype kann man sich austauschen, während man gleichzeitig weiter tippt. Ein traditionelles Unternehmen, in dem alle an den meisten Tagen zusammenarbeiten, bei Kaffee und Mittagessen, wird immer seltener. Unternehmen, die die besten Mitarbeiter gewinnen wollen, entscheiden sich zunehmend für die virtuelle Zusammenarbeit, über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Auch in der Welt der Selbstständigen mit vielen Startups ist das bereits normal und wird in Zukunft noch mehr zur Norm werden.
4. Warum nur ein Unternehmen?
Es reicht nicht mehr aus, nur einen Job oder ein eigenes Unternehmen zu haben. Viele Menschen haben bereits mehrere Jobs, einen Job und ein eigenes Unternehmen oder einfach mehrere Unternehmen. Warum nicht? Wenn man mehrere Leidenschaften oder Fähigkeiten hat, sollte man sie nutzen! So ist man flexibler und kann auf die Nachfrage des Marktes reagieren. Es gibt sogar einen Namen dafür: den Slashie. Im Jahr 2015 wuchs die Zahl der Selbstständigen mit mehreren Jobs um 36 % auf 173.000 Menschen. Jetzt, wo man die Erfahrungen anderer hört, wird es nur noch zunehmen.
5. Visuelle Kommunikation
Der Fokus im Marketing lag bereits auf dem Visuellen. Mit der Einführung von Instagram-Werbung im Jahr 2015 waren die großen Unternehmen schnell dabei. Selbstständige und kleinere Unternehmen dürfen in diesem Jahr nicht zurückbleiben: Erforschen Sie die Möglichkeiten neuer bildlicher sozialer Medien wie Instagram, Periscope und Snapchat. Achten Sie auch auf Ihrer Website und in den anderen sozialen Medien (Facebook, Twitter, Google+) auf ansprechende, professionelle Bilder und gute Videos.
6. Inhalte verschenken
Content-Marketing ist seit Jahren im Trend, wird aber auch für Selbstständige immer wichtiger. Man muss in der großen Menge der Selbstständigen auffallen, daher versuchen viele, mit ihren Inhalten aufzufallen: Sie bieten Online-Schulungen an, teilen Tipps über Periscope, schreiben informative Blogs oder sogar ein ganzes E-Book. Eine Website zu erstellen und gelegentlich in sozialen Medien aktiv zu sein, reicht nicht mehr aus: Auch als Selbstständiger muss man sich ständig überlegen, wie man auffällt und wie Menschen Ihre Website weiterempfehlen.
7. Lebenslanges Lernen
Durch dieses Content-Marketing gibt es heutzutage viele kostenlose oder kostengünstige Möglichkeiten, um weiterzulernen. Auf Blogs halten Experten alle Entwicklungen fest, es werden ganze E-Books über neue Entwicklungen in Bereichen wie Medien und Werbung geschrieben. Und die Selbstständigen, die in diesem Bereich keine Experten sind, nutzen dies eifrig. Angesichts der vielen Konkurrenten muss man sicherstellen, dass das Wissen auf dem neuesten Stand ist.
8. Arbeiten Sie an Ihrem Unternehmen
Man sieht auch, dass viele Unternehmer ihr Unternehmen ernst nehmen. Einfach anfangen und sehen, wo das Schiff strandet, ist nicht mehr der Weg. In den vielen Facebook-Gruppen für angehende Selbstständige werden die neuen Unternehmer schnell auf Websites mit Tipps für einen Geschäftsplan, Akquisitionsplan usw. hingewiesen. Erstellen Sie einen Plan: Wer ist Ihre Zielgruppe, was sind Ihre Produkte, wie viel verlangen die Konkurrenten, was ist Ihr Unique Selling Point, wie können Kunden von Ihnen erfahren?
9. Balance zwischen Leben und Arbeit
Wie das NRC kürzlich schrieb: “nur Dummköpfe haben es eilig”. Mit all den sozialen Medien, Smartphones und anderen technischen Entwicklungen ist es immer normaler geworden, 24/7 erreichbar und verfügbar zu sein. Aber man merkt langsam, dass die Menschen es leid sind und auch mal unerreichbar sein wollen. So hart das Unternehmerleben auch ist, auch Selbstständige werden ihre Grenzen setzen und einen freien Abend und ein freies Wochenende wollen.
10. Politik
Mit so vielen Selbstständigen kann die Regierung irgendwann nicht mehr ignorieren: Es ist kein Trend, es ist keine Phase, wir sind “hier um zu bleiben”. Glücklicherweise setzen sich die politischen Parteien immer mehr für die Selbstständigen ein, und hoffentlich wird die Politik im Jahr 2016 ein gutes Jahr für Selbstständige!
Autor: Sanne de Jong, Redaktion Freelancer.at.
Quelle:
– http://www.fastcompany.com/3052836/the-future-of-work/6-ways-work-will-change-in-2016
– http://www.nrcq.nl/2016/01/12/een-baan-is-saai-de-opkomst-van-de-slashie