Viele kleine MKB-Unternehmer und selbstständige Fachkräfte zögern, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Die BU-Versicherung ist teuer und viele denken: „Ach, bei einer Grippe arbeite ich einfach weiter.“ Doch so einfach ist es manchmal nicht.

Ein Unfall kann das Ende deines Unternehmens bedeuten

Ich begleitete Willem, einen jungen Mann mit einem Renovierungs- und Ausbauunternehmen. Er war gerade Vater geworden und hatte große Zweifel an einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Es war ein enormer Betrag, den er jetzt besser gebrauchen konnte. Wir haben die Risiken analysiert und er entschied sich dennoch, die Versicherung abzuschließen. Er war gerade zwei Monate im Einsatz, als er versehentlich seinen Daumen und Zeigefinger fast abschnitt. Wie froh war er, dass er diese BU-Versicherung abgeschlossen hatte. Er konnte nun ohne finanzielle Probleme rehabilitieren. Ohne BU-Versicherung hätte es wahrscheinlich das Ende seines Unternehmens bedeutet.

Gesetz zur Unterstützung für Selbstständige

Ich möchte hier keine Werbung für Versicherungsunternehmen machen, denn es gibt auch andere Möglichkeiten. Ich möchte vor allem, dass du dir bewusst machst, was Krankheit und Unfälle für dein Unternehmen bedeuten können. Sei dir bewusst, dass bei Krankheit das Unternehmenseinkommen auf null sinkt. Bist du längere Zeit außer Gefecht, kannst du bei deiner Gemeinde Anspruch auf eine Unterstützung aus dem Gesetz zur Unterstützung für Selbstständige haben. Das ist jedoch kein großer Gewinn, und wenn dein Vermögen höher als 186.498 € ist, erhältst du die Unterstützung in Form eines Darlehens.

Wie bringst du dein Risikoprofil und deine Möglichkeiten in Erfahrung?

Die Höhe der Prämie der BU-Versicherung hängt von der Auszahlung ab, die du erhalten möchtest, von deinem Alter, deiner Gesundheit und deinem Beruf. Bist du Bauarbeiter, trägst du mehr Risiko als jemand, der den ganzen Tag im Büro sitzt. Die Dauer der „Wartezeit“ hat großen Einfluss auf die Prämie. Wünschst du eine kurze Wartezeit, wird die Prämie höher sein, als wenn du es noch ein Jahr „überstehen“ kannst. Überlege, wie lange du ohne Einkommen auskommen kannst. Für Gründer gelten oft niedrigere Einstiegstarife. Besprich dies mit deinem Versicherungsberater und informiere dich im Internet, bei den Gewerkschaften und bei Organisationen für Selbstständige.

Worauf solltest du achten, wenn du eine BU-Versicherung abschließt?

  • Wie wird der Begriff der Berufsunfähigkeit definiert?

  • Erhältst du eine Auszahlung, sobald du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, oder gilt ein Kriterium für geeignete Arbeit?

  • Wie wird das Maßnahmeneinkommen festgelegt? (Einkommen, das du verdienst, wenn du gesund bist)

  • Geht die Versicherung von den letzten 3 Monaten aus (die vielleicht zufällig schlecht waren) oder betrachten sie einen längeren Zeitraum?

  • Wie hoch ist die Deckungssumme?

  • Wann erfolgt die Auszahlung (nach einem Monat Krankheit, zwei Monaten, einem Jahr)?
    Je länger die Wartezeit, desto niedriger die Prämie.

  • Wie viel Prämie zahlst du und was bekommst du dafür zurück?

  • Hat die Versicherung Einschränkungen aufgrund deiner Gesundheit? Musst du zuerst untersucht werden und werden bestimmte Beschwerden von der Versicherung ausgeschlossen?

  • Achte gut auf deine persönliche Situation. Was ist dein Risiko? Was kannst du dir leisten? Kannst du noch andere Arbeiten übernehmen?

  • Wähle einen guten Berater, der für eine feste Vergütung von ein paar hundert Euro, höchstens tausend, arbeitet.

  • Verstehst du es nicht: Frage nach. Du bist nicht dumm, er oder sie muss es besser erklären.

  • Schreibe deine Anforderungen an eine Police (zum Beispiel Dauer und Betrag) klar auf und lasse sie von dem Vermittler oder Versicherer unterschrieben zurückgeben.

  • Halte alles fest.

  • Vergleichen lohnt sich.

  • Alternativen zu einer Versicherung sind Sparen oder ein Eigenheim.

Manchmal akzeptiert ein Versicherer dich aus gesundheitlichen Gründen oder wegen deines Alters nicht. Wenn du ein Unternehmen aus einer Anstellung heraus gründest, wähle dann, deine Berufsunfähigkeitsversicherung freiwillig bei der UWV fortzusetzen. Die Anmeldung ist ganz einfach über Formulare, die du von ihrer Website herunterladen kannst.

Sieh dir auch ein Broodfonds an

Möchtest du keine Versicherung und dennoch etwas regeln? Dann schau dir ein Broodfonds an. Broodfonds basieren auf Vertrauen. Ein Broodfonds besteht aus mindestens 20 und maximal 50 Unternehmern, die jeden Monat Geld auf ihr persönliches Broodfonds-Konto einzahlen. Wer langfristig krank ist, erhält bis zu 2 Jahre lang von den anderen in seinem Broodfonds monatliche Zuwendungen, um über die Runden zu kommen. Außerdem gilt:

  • Der erste Monat nach der Krankmeldung ist auf eigene Kosten.

  • Du wählst selbst, wie hoch die Zuwendung ist, die du im Krankheitsfall monatlich erhalten möchtest. Je höher dieser Betrag ist, desto höher ist dein monatlicher Beitrag zum Broodfonds.

  • Die Zuwendung muss zu deinem Gewinn aus deinem Unternehmen passen.

Ich kenne einige Unternehmer, die einem Broodfonds angeschlossen sind, und sie sind sehr positiv eingestellt!

Für ein sorgenfreies Unternehmertum gilt: Bringe deine Risiken und Möglichkeiten in Erfahrung!