Freelancer in Belgien erleiden schwere Einbußen. Seit Beginn des Corona-Ausbruchs im März mussten Freelancer im Durchschnitt 7 % Einbuße hinnehmen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Freelance-Plattform Freelancer.at. Nicht nur Freelancer im kreativen Bereich haben es sehr schwer, sondern auch Marketer und Unternehmensberater. Bislang liegt der durchschnittliche Stundensatz im Jahr 2020 bei 43 € pro Stunde. Im Jahr 2019 lag dieser noch bei 47 Euro.
Freelancer verlangen im Jahr 2020 im Durchschnitt €43 pro Stunde, wie eine Untersuchung von Freelancer.at anhand von über 15.000 abgegebenen Angeboten zeigt. Freelancer im kreativen Bereich verlangen im Durchschnitt 9 % weniger als im Vorjahr, während Unternehmensberater noch härter getroffen werden (-19 %). Viele der Freelancer in dieser letzten Gruppe verdienen ihr Geld mit der Beratung von Startups. Eine Zielgruppe, die derzeit sehr schwer zu kämpfen hat. In nahezu allen Branchen ist ein Rückgang des Stundensatzes zu beobachten, ausgenommen freiberufliche Manager. Diese bleiben vorerst verschont.
Freelancer in der Randstad schwer getroffen
Regional sind einige auffällige Unterschiede zu berichten. So werden Freelancer in der Randstad hart getroffen. Flevoland verliert im Vergleich zu 2019 ganze 23 %, obwohl diese Provinz letztes Jahr noch zu den Spitzenreitern in Belgien gehörte. Nicht nur in der Randstad herrscht Not. Auch in den Provinzen Groningen und Overijssel müssen Freelancer Verluste hinnehmen (jeweils -10 % und -16 %). Zum Glück gibt es auch positive Nachrichten. Sowohl Friesland, Drenthe als auch Limburg verzeichnen ein kleines Plus.
Freelancer in Amsterdam geben 6 % nach
Wenn wir uns die vier großen Städte ansehen, fällt auf, dass Amsterdam am stärksten betroffen ist, so Freelancer.at. Dort sinkt der durchschnittliche Stundensatz auf 46 Euro. Im letzten Jahr waren es noch 49 Euro. Von den vier großen Städten liegt Rotterdam zum dritten Mal in Folge mit einem Stundensatz von 44 Euro pro Stunde an letzter Stelle.
Niels Goossens, Direktor von Freelancer.at, bedauert die Ergebnisse der Untersuchung. "Freelancer werden von der Krise unvergleichlich hart getroffen. Etwas, das Ende März bereits abzusehen war, aber es tatsächlich in Zahlen zu sehen, ist sehr ernüchternd. Besonders Gründer-Freelancer haben kaum Puffer aufgebaut und für sie ist der Schlag kaum abzufangen."
Krisenzeit verlangt Flexibilität von Freelancern
Viele Unternehmer können sich gut an die aktuelle Zeit anpassen. Zum Beispiel durch die beschleunigte Einführung eines umfangreichen Webshops, die Entwicklung einer mobilen App oder die Produktion von Anleitungsvideos. Dennoch halten viele Unternehmer den Geldbeutel eng, und es wird ein immer schärferes Angebot vom Freelancer erwartet. Freelancer.at beobachtet dies auch auf ihrer Plattform. Dadurch wird es für Freelancer noch schwieriger, ausreichend Einnahmen zu generieren. Eine logische Folge ist, dass Freelancer mit ihren Tarifen heruntergehen müssen, um dennoch möglichst viele Aufträge an sich zu ziehen, damit sie nach der Krise ein gutes Netzwerk aufgebaut haben.
Stundensätze nach Berufsgruppen
Innerhalb der Branchen wurde ebenfalls die Entwicklung der durchschnittlichen Stundensätze verschiedener gefragter Berufsgruppen untersucht. Unten sehen Sie die Entwicklung des durchschnittlichen Stundensatzes für vielgefragte Berufsgruppen in den jeweiligen Branchen.
Der Rückgang der Tarife infolge der anhaltenden Krise und der damit verbundenen Maßnahmen verheißt laut Goossens nicht viel Gutes für die nahe Zukunft. "Umsatzprognosen werden ständig nach unten korrigiert, und es steht weniger Geld für Investitionen in die Zukunft zur Verfügung. Unternehmer sind zurückhaltend und ambitionierte Pläne werden auf Eis gelegt. Nur eine echte Lösung der Krise kann die Lage noch wenden."
Untersuchungsmethodik
Es ist das elfte Jahr in Folge, dass Freelancer.at eine Tarifanalyse durchführt. Innerhalb der Untersuchung wurde der Stundensatz betrachtet, den ein Freelancer bei der Erstellung eines Angebots angibt. Diese Tarife wurden über die vergangenen 9 Monate verglichen (Januar 2019 - September 2019 und Januar 2020 - September 2020). Die untenstehende Grafik zeigt die durchschnittlichen Stundensätze der letzten 10 Jahre.
Die Tarifanalyse 2020 wurde von Freelancer.at durchgeführt, wobei alle Angebote innerhalb der Plattform im Zeitraum Januar 2019 - September 2019 mit dem Zeitraum Januar 2020 - September 2020 verglichen wurden. Laden Sie hier den vollständigen Untersuchungsbericht herunter.
Über Freelancer.at
Mit 55.000 Mitgliedern ist Freelancer.at die führende Plattform für Unternehmer in den Niederlanden. Freelancer.at
wird von Unternehmen genutzt, die vorübergehend einen freiberuflichen Profi suchen. Innerhalb der
Plattform sind mehr als 42.000 Freelancer in unterschiedlichen Branchen des Geschäftsdienstleistungssektors tätig.
Die Vorgehensweise ist einfach. Ein Unternehmer stellt einen Auftrag auf der Webseite ein, in dem er beschreibt, was er sucht. Innerhalb weniger Stunden erhält er bereits die ersten Angebote. Der Unternehmer entscheidet anhand der Angebote und Referenzen, mit welchem Profi er zusammenarbeiten möchte.
Jeden Tag sind Hunderte Unternehmer auf der Plattform aktiv, um eine Webseite erstellen zu lassen oder einen Programmierer, Buchhalter, Fotograf oder Texter zu finden.
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