Es war 1938, als der Schweizer Chemiker und Bergsteiger Franz Greiter, schwer verbrannt durch die starke Reflexion des Sonnenlichts auf dem Gipfel des Piz Buin an der österreichisch-schweizerischen Grenze. Es war eine grausame Erfahrung, und er schwor, einen Weg zu finden, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Dies gelang ihm, und acht Jahre später brachte er das erste Sonnenpflegeprodukt unter dem Namen Gletscher Creme auf den Markt. Es bot nicht viel mehr als einen kleinen Schutz mit einem Lichtschutzfaktor von zwei.

Die Marke Piz Buin

Greiter war Chemiker, Wissenschaftler und ein außergewöhnlicher Geschäftsmann. Er gründete sein Unternehmen für Sonnenpflegeprodukte und benannte es nach seinem größten Albtraum: Piz Buin, dem österreichischen Berg. 1962 führte er auch den bekannten SPF, den Sun Protection Factor, ein. Ein Begriff und Standard, der bis heute verwendet wird.

Verschiedene Zielgruppen

Greiter war jedoch nicht der Einzige, der nach einem Produkt suchte, das Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne bieten würde. Auch der amerikanische Apotheker Benjamin Green arbeitete während des Zweiten Weltkriegs an einem Mittel, um amerikanische Soldaten, die im Südpazifik operierten, zu schützen. Er nannte sein Mittel Red Vet Pet. Rote Vaseline, eine Salbe auf Petroleum-Basis. Es war zunächst eine unangenehme Substanz aufzutragen, aber die Firma Coppertone kaufte das Patent und vermarktete das Produkt.

Berücksichtigen Sie eine sich verändernde Zielgruppe

Piz Buin und Coppertone zeigen, dass Sonnencreme traditionell spezifische Zielgruppen hatte, aber durch gesellschaftliche Entwicklungen wurde der Markt für diese Produkte stark erweitert.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war eine helle Haut der Norm, denn eine helle Haut zeigte, dass man seine Tage drinnen verbrachte und somit nicht draußen auf dem Feld arbeiten musste. Wohlhabende Bürger hatten daher immer einen Sonnenschirm zur Hand, wenn sie einen Ausflug ins Sonnenlicht machten. Falls unerwartet doch ein brauner Teint auf der Haut entstanden war, wurde dies mit weißem Puder kaschiert, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute finden Menschen einen braunen Teint schön und gesund. Sie suchen die Sonne auf und haben zunehmend Bedarf an der Sonnencreme, die früher nur Soldaten und Bergsteigern zur Verfügung stand.

So sieht man, dass man beim Wählen eines Markennamens so gut wie möglich in die eigene Glaskugel schauen sollte. In der weniger nahen Zukunft könnte Ihre Zielgruppe viel größer sein, als Sie jemals gedacht hätten.