Startest du ein neues Produkt? Eröffnest du bald dein eigenes Geschäft? Hast du einen fantastischen Auftrag erhalten? Das sollte in die Zeitung! Im wahrsten Sinne des Wortes!

Um dein Produkt oder deine Dienstleistung ins Rampenlicht zu rücken, nutzt du natürlich Social Media und vernetzt dich, wo es nur geht. Aber was ebenfalls nach wie vor gut funktioniert, ist eine Pressemitteilung. Da Zeitungs-, Magazin- und Online-Redaktionen mit Pressemitteilungen überflutet werden, möchtest du, dass dein Beitrag heraussticht. Freelancer.at, die Plattform für Unternehmer und Selbstständige, gibt dir neun Richtlinien für eine überzeugende Pressemitteilung.

1. Versende eine Pressemitteilung, weil du Neuigkeiten hast

Versende keine Pressemitteilung, weil du Aufmerksamkeit möchtest oder weil es mal wieder Zeit für eine Pressemitteilung ist. Keine Neuigkeiten, keine Pressemitteilung. Wenn du seit vier Jahren dasselbe machst, ist das keine Neuigkeit. Wenn du nach vier Jahren eine spannende Zusammenarbeit eingehst, jedoch schon. Achtung, wenn du unnötige Pressemitteilungen versendest, wird eine Redaktion sie schnell ungelesen lassen.

2. Wähle deine Form: Nachrichtenartikel oder stichpunktartig

Die eine Form ist nicht besser als die andere; sie sind für verschiedene Plattformen geeignet. Praktisch, denn die Medienlandschaft hat sich rasant diversifiziert.

  • Die „traditionelle Schule“ sagt: Eine Pressemitteilung muss fertig zum Übernehmen sein. In dieser Variante hat die Pressemitteilung die Form eines Nachrichtenartikels. Perfekt für Kanäle mit einem geschäftlichen oder allgemeinen Ton.

  • Unter dem Nachrichtenartikel platzierst du deine Kontaktdaten und zusätzliche Informationen: Grafiken, die detaillierte Agenda einer Veranstaltung, Links zu Quellen usw. Diese zusätzlichen Informationen stehen oft unter einem Strich und werden mit einem Satz wie: Hinweis für die Presse, nicht zur Veröffentlichung, eingeleitet. Achte darauf, dass dieser Teil klar vom Nachrichtenartikel getrennt ist. Denn du möchtest nicht, dass deine Handynummer in der Zeitung steht, aber du möchtest für Journalisten erreichbar sein, die noch ein paar Fragen haben, um einen guten Artikel schreiben zu können.

  • Die „neue Schule“ sagt: Gib uns die Hauptpunkte stichpunktartig.

  • Auch hier platzierst du unter dem Strich Informationen, die du nicht im endgültigen Artikel sehen möchtest.

  • Insbesondere Websites, die sich an ein junges Publikum richten, verwenden einen ganz eigenen Stil und Ton, der sich stark von dem in vielen Pressemitteilungen unterscheidet. Um nicht alles umschreiben zu müssen, erhält so ein Redakteur lieber die Hauptpunkte, um schnell selbst eine Geschichte daraus zu machen.

  • Wähle also die Form basierend auf den Kanälen, die du erreichen möchtest. Notfalls versendest du zwei Pressemitteilungen: einen Nachrichtenartikel an traditionellere Medien und eine stichpunktartige Variante an Seiten mit einem ganz eigenen Stil.

3. Schreibe „ausrollbar“

Aus-was? Ausrollbar. So als stünde der Text auf einer Rolle Papier, die du beim Lesen abrollst. Eine Redaktion muss schon beim ersten Satz denken: „Das ist Neuigkeit.“ Und mehr erfahren wollen.

Außerdem wird eine gute Pressemitteilung oft vollständig übernommen. Und da viele Menschen, insbesondere online, einen Text nicht vollständig lesen, muss das Wichtigste an oberster Stelle stehen. Je weiter unten, desto unwichtiger oder spezialisierter ist die Information. Die richtige Struktur ist: was/who/wo, warum, wie, Details. In dieser Reihenfolge. So sieht das aus:

  • Fesselnde Überschrift (inklusive deines Firmennamens)

  • Einleitung (fettgedruckt) Wo geht es darum? Welches Problem löst du? (inklusive Hauptakteur(e) und Hauptstandort)

  • Weitere Absätze (immer mit Zwischenüberschrift) Was ist der Anlass? Was ist die genaue Ausgestaltung? Wer ist sonst noch beteiligt?
    Mit am Ende die Details, die zu spezialisiert sind, um im laufenden Text erwähnt zu werden. Im laufenden Text schreibst du dann beispielsweise „mehr Zahlen am Ende dieser Mitteilung“.

  • Kontaktdaten Journalisten rufen lieber an, als dass sie eine E-Mail schreiben, weil sie sofort eine Antwort möchten. Daher solltest du neben deinem Namen und deiner E-Mail-Adresse auch deine Handynummer und die Tage, an denen du erreichbar bist, unter die Pressemitteilung setzen. Nochmals: Erwähne, dass diese Informationen nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind.

4. Ein guter Anfang ist die halbe Miete

Eine Redaktion erhält oft viele Pressemitteilungen. Also greif sofort die Aufmerksamkeit. Diese Tipps gelten sowohl für eine stichpunktartige als auch für eine traditionelle Pressemitteilung:

  • Ein Nachrichtenartikel, und damit auch eine Pressemitteilung, beginnt niemals mit einer Zeitangabe. Andernfalls würde die ganze Zeitung mit Berichten gefüllt sein, die mit „Gestern Abend in …“ oder „Am 2. Mai …“ beginnen. Außerdem ist es ein todlangweiliger Einstieg. Komischerweise machen es fast alle trotzdem. Aber du nicht.

  • Bring in deinem ersten Satz den Hauptakteur oder das Thema nach vorne. Eine emotional aufgeladene Ergänzung wirkt ebenfalls gut. Das können ein paar aufmunternde Worte sein oder ein dramatisches Ereignis, das am besten direkt gefolgt wird von der Lösung – deiner Lösung. So ein Einstieg macht die Mitteilung aktiv und damit ansprechender.
    Beispielsweise: Unter lautem Jubel eröffnete Guus Geluk gestern die neueste Gastronomie-Attraktion von Duckstadt, [Firmenname]. Oder: Drei Viertel der Einwohner von Duckstadt beziehen Sozialhilfe. Willie Wortel wird mit seiner Startup [Firmenname] daran etwas ändern. Achte darauf, wenn du das Thema an den Anfang stellst, muss der Satz aktiv bleiben. Also nicht: Die neueste Gastronomie-Attraktion von Duckstadt wurde gestern von Guus Geluk eröffnet.

5. Ein Text mit Schreib-, Stil- und Typfehlern wirkt unprofessionell

Verwende einen Rechtschreibprüfer und/oder lasse dein Schreiben von jemandem Korrektur lesen.

6. E-Mail oder Anhang?

Jetzt machst du dein Schreiben versandbereit. Aber setzt du die Mitteilung nun in eine E-Mail oder fügst du eine PDF bei? (Mit deinem Logo darauf!) Beides ist durchaus möglich: die gesamte Mitteilung in der E-Mail und eine angehängte PDF, beispielsweise um darauf zu verlinken.

7. Stelle eine relevante Presse-Liste auf

Was für eine landesweite Tageszeitung keine Neuigkeit ist, kann für ein Computerfachmagazin durchaus relevant sein. Gehe auf gezielte Aufmerksamkeit, nicht (nur) auf große Namen. Kennst du niemanden in der Redaktion? Rufe zuerst an und frage, an wen du deine Mitteilung am besten senden kannst. Erhältst du nur die allgemeine Redaktionsadresse, bitte in deiner E-Mail darum, die Mitteilung an den richtigen Redakteur weiterzuleiten.

8. Rufe nach

Frage, ob deine Pressemitteilung gut angekommen ist und an wen du deine Mitteilungen künftig richten kannst? Und oh ja, du würdest dich freuen, wenn sie dir Bescheid geben, wenn sie deine Mitteilung veröffentlichen.

9. Die Rolle der Redaktion

Wenn die Mitteilung dann einmal aufgegriffen wird, kann das Ergebnis enttäuschen. Der Text ist nicht nach deinem Geschmack redigiert. Du weißt natürlich alles über dein eigenes Unternehmen oder Produkt, aber bedenke, dass du nicht alles über die Leser und Zielgruppen weißt. Denke nicht: „Diese Wortwahl trifft nicht den Kern, also ist das keine gute Mitteilung.“ Ein Redakteur weiß, was seine oder ihre Leser lesen möchten. Wie detailliert eine Mitteilung sein muss und welcher Aspekt deines Produkts oder deiner Dienstleistung hervorgehoben wird, bestimmt die Redaktion.

Wird deine Pressemitteilung aufgegriffen? Dann hast du deine Arbeit gut gemacht. Wird sie umgeschrieben? Dann macht die Redaktion ihre Arbeit.

Brauchst du dennoch Hilfe beim Schreiben deiner Pressemitteilung? Freelancer auf Freelancer.at helfen dir gerne weiter!