Schön, dieses tolle Wetter. Entspannt einen Tag frei oder ein langes Wochenende weg. Aber kann man als Freelancer wirklich Urlaub machen? Die Arbeit hört oft nicht auf und es gibt keine Kollegen, die für einen einspringen können. Mit der Sonne im Herzen haben wir einige Freelancer nach ihrer Urlaubsstrategie gefragt.
Urlaub ist eine Frage der guten Planung
Viele Selbstständige haben einen gut durchdachten Urlaubsplan. Jedes Jahr hat seine Hoch- und Nebensaison. So gehen Muriël und Menno, die einen Vintage-Laden in Brüssel betreiben, immer im Januar in den Urlaub. Keine schwierige Entscheidung, denn in diesem Monat entspricht ihr Monatsumsatz dem Wochenumsatz in der Hochsaison. Das gilt auch für Sjoerd Commandeur. Im Januar und Februar steht die Wirtschaft kurz still und es ist kalt in den Niederlanden. Perfekter Zeitpunkt, um ein paar Wochen in ein warmes Ziel zu fliehen. Er organisiert unter anderem Urlaube für Unternehmer und gibt Kurse zum Thema Business-Vlogging. Sein Freund ist freiberuflicher Filmemacher, daher sind sie bei Urlauben recht flexibel. Im Sommer ist es eine Frage des Blicks auf die freien Zeitfenster, denn er möchte keinen Umsatz verlieren.
Arbeiten während des Urlaubs
Ab und zu überprüfen Muriël und Menno noch die Bestellungen in ihrem Webshop für Vintage-Hüte, aber das ist keine stundenlange Arbeit, wenn sie vor dem Urlaub die Auto-Replys und Erwartungen der Kunden gut gemanagt haben. Jennifer Delano, PR-Strategin, möchte gerne mal kurz abschalten, kann die Arbeit aber auch nicht ganz loslassen. „Wahrscheinlich arbeite ich abends, wenn mein Kleinkind schläft, einfach weiter. Keine wasserdichte Strategie zur Entspannung, aber so können wir zumindest in den Urlaub fahren.“
Auch Karen Span arbeitet, wenn es sich ergibt, im Urlaub. Sie ist seit zehn Jahren als Texterin und Kommunikationsberaterin tätig und hat in den letzten Jahren weniger Schwierigkeiten mit dem Urlaub. „Ich habe jetzt mehr Ruhe, weil die Internetverbindungen viel besser sind. Ich habe keine Angst mehr, etwas Wichtiges zu verpassen, denn ich kann es immer kurz überprüfen.“
Der kleine Selbstständige macht aus jedem freien Tag einen Urlaub
Für den kleinen oder neu gegründeten Selbstständigen ist es eine Herausforderung, aus jedem freien Tag oder langen Wochenende einen Urlaub zu machen. Oft haben sie (noch) nicht den Umsatz, um sich einen richtigen Urlaub leisten zu können. Oder sie möchten die Arbeitstage in der Anfangsphase noch nicht missen. „Man wird automatisch kreativ“, sagt die Grafikdesignerin Gertie Vos. In diesem Sommer hilft sie vier Wochen in einem Bed and Breakfast im Süden Italiens. Eine schöne andere Umgebung und andere Tätigkeiten, und sie hat auch noch Zeit für Aufträge aus der Ferne. „Für mich ein idealer Urlaub!“