Bist du ein Creator? Fotograf, Illustrator, Designer, Autor, Musiker oder hast du einen anderen kreativen Beruf? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du irgendwann mit einem Copycat konfrontiert wirst. Jemand, der bewusst oder unbewusst dein Werk kopiert, ohne dass du dafür deine Zustimmung gegeben hast. Was kannst du dann tun?
Darf jemand mein Werk kopieren?
Die Welt und insbesondere das Internet sind ein großer kreativer Nährboden, und es ist manchmal schwierig zu beweisen, wer der ursprüngliche Schöpfer einer Kreation ist. So gab es in diesem Jahr einen Rechtsstreit zwischen IKEA und einem niederländischen Designerduo. Die Designerin hatte 2014 die 'Proplampe' auf den Markt gebracht, und nicht viel später brachte IKEA die günstige und gut verkaufte Krusnig-Lampe heraus. Die Lampen sind nahezu identisch, aber dennoch entschied das Gericht im April, dass die Proplampe noch nicht so populär war, dass IKEA von ihrer Existenz hätte wissen können. Gleichzeitig ist es auch nicht undenkbar, dass zwei Parteien unabhängig voneinander eine Lampe in Form eines Papierprops entwerfen.
Es geht also nicht immer einfach darum, wer zuerst mit einem Design war. Das Urheberrecht besagt jedenfalls, dass eine gewisse Kreativität vorhanden sein muss. Das Werk muss einen originellen Charakter haben und eine persönliche Note tragen, und wenn dies der Fall ist, hast du ein ausschließliches Recht. Das bedeutet, dass Dritte dein Werk nicht ohne Zustimmung verwenden oder kopieren dürfen.
Kann ich rechtliche Schritte einleiten?
Der erste Schritt ist, die andere Partei formell auf ihre Verletzung deines Urheberrechts hinzuweisen. Du kannst dafür einen Juristen hinzuziehen und ein Abmahnungsschreiben senden. In diesem Schreiben setzt du eine angemessene Frist, innerhalb der die andere Partei ihre Handlungen rückgängig machen kann, und formulierst auch die Konsequenzen, falls dies nicht geschieht. Die Konsequenzen können von einem Verbot mit Zwangsgeld, einer Schadensersatzforderung bis hin zur Abführung der Gelder, die durch die Verletzung deines Urheberrechts erzielt wurden, reichen. Die Konsequenzen musst du in einem Gerichtsverfahren durchsetzen, in dem du beweisen musst, dass du der ursprüngliche Schöpfer des Werkes bist. Es ist auch wichtig, Beweise für die Verletzung deines Urheberrechts zu sammeln. Wenn die Gegenseite alle Spuren verwischt, hast du vor Gericht keine Grundlage mehr.
Entlarvung an der digitalen Pranger
Es ist nicht immer einfach, erfolgreiche Schritte zu unternehmen, und der rechtliche Weg ist oft eine teure Option ohne Garantien. So entdeckte eine niederländische Kreativunternehmerin, dass eine Brasilianerin ihr einzigartiges Markenzeichen, ein Tag, auf aggressive Weise nachgemacht hatte. Rechtliche Schritte gegen eine brasilianische Unternehmerin sind schwierig und zumindest kostspielig, also löste sie das Problem auf eine andere Weise. Unter Nennung von Namen und Daten entlarvte sie die Brasilianerin online als Copycat, was ihr viel Zuspruch auf Instagram und Facebook einbrachte. Die Copycat war wütend, zog aber mit ihren Nachahmungen und eingeknicktem Schwanz ab.
Wie kann ich eine Verletzung meines Urheberrechts verhindern?
Um Diskussionen darüber zu vermeiden, wer das Urheberrecht hat und damit Verletzungen zu verhindern, kannst du dich entscheiden, dein Recht zu registrieren. Dies kann beispielsweise durch eine Urkunde beim Notar oder durch ein i-Depot beim BBIE geschehen.