Es scheint manchmal ein endloses Gebet zu sein. Je mehr Inhalte du als fleißiger Freelancer produzierst, desto mehr Fotos benötigst du. Doch die kostenlose Stockfoto-Datenbank wird nicht schöner oder größer. Die freiberufliche Fotografin Wil van de Ven brachte uns auf die rettende Idee: Smartphone-Fotografie für Freelancer. Mit ein wenig Wissen, Übung und Aufmerksamkeit kannst du selbst geeignete Fotos für die Online-Nutzung erstellen.

Denke zuerst gut über dein Konzept nach

Bevor du also schnell einen Artikel online stellst und kurz nach draußen gehst, um ein paar Schnappschüsse zu machen? Wil warnt davor, es so anzugehen. „Wenn du ohne Plan fotografierst, ist die Chance gering, dass etwas Brauchbares dabei herauskommt.“ Denke gut über dein Konzept nach. Welche Fotos passen zu deiner Botschaft? Welche Stimmung möchtest du auf deiner Website oder deinem Social-Media-Kanal erzeugen und wie gehst du dabei vor, um das Persönlichkeitsrecht und die Privatsphäre deiner Motive zu wahren? Wenn du Menschen porträtierst, bist du natürlich verpflichtet, dies höflich zu fragen, aber auch wenn sie nur zufällig im Hintergrund zu sehen sind, musst du um Erlaubnis bitten, falls sie dadurch möglicherweise Nachteile erleiden könnten.

Studieren Sie die Kamerafunktionen Ihres Telefons

Jetzt, wo du über das Konzept nachgedacht hast, ist es auch sinnvoll, die Kamerafunktionen deines Telefons genauer zu betrachten. „Die meisten Menschen tun nicht viel mehr, als zu zielen und auf den Knopf zu drücken, aber du kannst viel mehr!“ sagt Wil begeistert. Auf dem iPhone kannst du beispielsweise das Licht einstellen, indem du auf den Bildschirm tippst, und bei Samsung geht das mit einem Plus- und Minuszeichen. Außerdem kannst du auf den meisten Handys ein Raster einstellen, um die Komposition besser im Griff zu haben. Zudem ist es gut zu wissen, ob dein Lautstärkeregler auch ein geheimes Leben als Auslöser hat.

Licht, Komposition, Standpunkt

Jetzt ist es an der Zeit, loszuziehen und die Objekte zu finden, die zu deinem Konzept passen. Wenn du den schwimmenden Hund oder die wirbelnden Blätter entdeckt hast und dein Smartphone aus der Hosentasche ziehst, musst du an drei wichtige Dinge denken.

  1. Achte darauf, dass das Licht stimmt. Vermeide große dunkle Flächen oder Lichtflecken in deinem Foto. Du kannst damit spielen, indem du die richtigen Knöpfe drückst.

  2. Stelle sicher, dass du dein Objekt gut im Bild hast. Viele Fotografen befolgen die sogenannte Drittelregel. Du kannst diese Regel einfach befolgen, wenn du ein Raster auf deinem Telefon eingestellt hast. Jedes Raster hat vier Linien und neun Felder. Wenn du dein Objekt auf einem der vier Kreuzungspunkte positionierst (und nicht in der Mitte des Fotos), erhältst du ein dynamisches Bild. „Achte auch darauf, dass dein Objekt nicht aus dem Bild schaut“, fügt Wil als zusätzlichen Tipp hinzu. „Du schaust automatisch in die Blickrichtung des Objekts.“

  3. Zuletzt ist dein Standpunkt als Fotograf entscheidend. Wenn dein Objekt aus dem Bild schaut, ist es einfach eine Frage der Bewegung, und auch wenn du zu weit weg bist, ist es besser, sich zu bewegen. Das Hineinzoomen mit einem Smartphone führt zu einem erheblichen Qualitätsverlust, also solltest du das besser vermeiden. Achte auch darauf, dass du dein Objekt auf Augenhöhe fotografierst, also geh bei einem Hund oder einem Kind in die Knie und fotografiere nicht von oben.

Ein wenig Nachbearbeitung in der App

Wie schön Fotos auch sind, es kann immer besser werden. Tatsächlich kannst du mehr deinen Stempel darauf setzen. Apps wie Snapseed, Pixar und Photoshop Mix helfen dir, die Fotos mit Filtern und Lichteinstellungen nach deinem Geschmack anzupassen. „Wenn du zum Beispiel den Instagram-Feed eines Concept Stores ansiehst, kannst du sehen, dass alle Fotos denselben frischen, hellen Stil haben. Das hat alles mit der Nachbearbeitung zu tun.“

Ein letzter Tipp: Achte auf Laternenpfähle!

Den wichtigsten Tipp behält Wil bis zum Schluss: Vergiss den Hintergrund nicht! „Die Leute sind immer so auf das Objekt fokussiert, dass sie manchmal völlig vergessen, auf den Hintergrund zu achten. Bevor du es merkst, hat jemand auf dem Foto einen Laternenpfahl aus dem Kopf wachsen.“


Wil van de Ven ist Fotografin und bietet auf Anfrage Workshops zur Smartphone-Fotografie für Freelancer an.