Als Selbstständiger vermisst man manchmal die Zusammenarbeit mit Kollegen. Du kannst jedoch auch mit anderen Selbstständigen kooperieren. Durch den Austausch von Wissen kommst du viel weiter als alleine. Aber wie kannst du dies bestmöglich umsetzen, ohne auf Probleme zu stoßen? Wir haben bereits einige Tipps für dich zusammengestellt.
Warum solltest du zusammenarbeiten? Einige Beispiele:
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Als Selbstständiger arbeitest du oft an kleinen Aufträgen. Bei großen Aufträgen konkurrierst du mit Agenturen, die ein ganzes Team haben. Aber du kannst auch ein Team hinter dir haben: Bündle deine Kräfte mit einem oder mehreren anderen Selbstständigen und erhöhe deine Chancen auf größere Aufträge.
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Gemeinsam seid ihr stärker. Arbeitet ihr alle im gleichen Bereich für die gleiche Zielgruppe? Ihr könnt euch als Konkurrenten sehen, aber auch voneinander lernen. Denk zum Beispiel an eine Gemeinschaft von Anwälten oder Physiotherapeuten: gemeinsame Marketingmaßnahmen, aber auch Austausch, Diskussion von Situationen und Lernen voneinander bei Treffen oder Besprechungen.
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Kommt es häufig vor, dass deine Dienstleistung zusammen mit einem anderen Selbstständigen in Anspruch genommen wird, zum Beispiel du als Webdesigner und ein anderer für die Webseitenentwicklung? Bietet die Dienstleistung dann gemeinsam an, so verringert ihr die Wahrscheinlichkeit, mit jemandem zusammenarbeiten zu müssen, dessen Arbeit dir nicht gefällt oder mit dem du nicht gut zusammenarbeiten kannst. Gemeinsam könnt ihr nun wirklich einen Stil entwickeln und diesen als Dienstleistung anbieten.
Rechtsformen
Aus welchem Grund auch immer ihr zusammenarbeitet, sorgt dafür, dass ihr alles im Voraus gut regelt: Wer trägt welches Risiko, wie wird die Arbeit verteilt und wie löst ihr es, wenn einer krank ist oder im Urlaub? Untersucht auch gründlich, in welcher Form ihr zusammenarbeiten wollt.
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Handelt es sich um einen kleinen, einmaligen Auftrag ohne Risiko? Dann ist es in Ordnung, einfach mündlich und per E-Mail Absprachen zu treffen.
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Arbeitet ihr einmalig an einem großen Auftrag zusammen? Schließt einen Auftrag ab und klärt, wie ihr mit der Rechnung verfahren wollt. Sendet ihr beide eine Rechnung an den Auftraggeber oder wird einer 'bei' dem anderen 'eingestellt'? Wenn ihr Letzteres tut, schließt auch gemeinsam einen Mustervertrag ab und sorgt dafür, dass alles korrekt ist.
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Arbeitet ihr zusammen an einem großen und langfristigen Auftrag mit hohem Risiko oder handelt es sich um eine langfristige oder sogar dauerhafte Zusammenarbeit? Wählt dann eine Rechtsform: eine GbR, Partnerschaft, Genossenschaft oder GmbH.
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Bei einer GbR und Partnerschaft tragt ihr gemeinsam die Verantwortung füreinander, bei einer GmbH und Genossenschaft seid ihr nicht privat haftbar. Wenn ihr dennoch Selbstständige bleiben wollt, könnt ihr beide von der GmbH angestellt werden. Weitere Informationen findet ihr auf unternehmersplein.nl.
Weitere Tipps:
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Trefft Vereinbarungen über geistiges Eigentum. Entwickelt ihr gemeinsam ein Produkt oder eine Dienstleistung? Überlegt dann, wem das Eigentum gehört oder ob es 50 – 50 ist, und haltet das schriftlich fest. Achtet bei wirklich wichtigem geistigen Eigentum auf Patente und verhindert, dass Dritte mit der Idee davonziehen.
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Die Dinge gut geregelt zu haben, bedeutet nicht, dass ihr davon ausgeht, dass etwas schiefgeht, sondern sorgt dafür, dass ihr eure gesamte Energie in das Projekt stecken könnt, ohne euch um die Randbedingungen sorgen zu müssen.
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Besprecht im Voraus, wie ihr gerne zusammenarbeiten möchtet und was euch wichtig oder unangemessen erscheint in einer solchen Zusammenarbeit. Nennt auch, warum ihr gerade mit dieser Person zusammenarbeiten möchtet: Was ist ihre Expertise oder welche Stärken hat sie, von denen ihr lernen möchtet? So kommt ihr automatisch zu Vereinbarungen, wer welche Aufgaben und Rollen am besten übernehmen kann, basierend auf seinen/ihren Stärken und Schwächen.
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Seid ehrlich zueinander. Sprecht Dinge an, die euch nicht gefallen, und evaluiert zwischendurch, wie es läuft. Legt einen festen Termin für die Evaluation fest, zum Beispiel während der wöchentlichen oder monatlichen Besprechung.
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Merkst du, dass der andere mit etwas zu kämpfen hat? Schenke dem Aufmerksamkeit und frage, was los ist und wie ihr es lösen könnt. Macht es nicht zu groß, vielleicht hat es mit einer privaten Situation zu tun. Durch Offenheit könnt ihr alle Probleme rechtzeitig lösen oder sofort verhindern.
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Beide seid ihr Selbstständige geworden, um euer eigener Chef zu sein, also sorgt dafür, dass niemand der Chef ist, sondern dass ihr es wirklich gemeinsam macht oder jeder in seinem eigenen Bereich arbeitet, in dem er spezialisiert ist.