Sei mal ehrlich, freiberuflicher Texter, Illustrator, Designer... Wie oft hast du in den letzten Jahren deine Stundensätze erhöht? Eigentlich verrückt, denn man könnte sagen, dass du im Laufe der Jahre, dank Erfahrung und vielleicht auch Weiterbildung, besser geworden bist. Es ist schon ärgerlich, dass dein verfügbares Einkommen sogar gesunken ist, denn die Inflation hat jedes Jahr ein wenig davon abgezogen.
Gehe von 3% Inflation aus
Gut, jetzt wo wir festgestellt haben, dass dein Stundensatz steigen muss, lass uns mit einer Inflationsanpassung beginnen. Um auf keinen Fall schlechter dazustehen, muss dein Stundensatz um 3% erhöht werden. Fühle dich dabei nicht unwohl. Alles wird jedes Jahr teurer. Der Zug, ein Liter Milch, die Mieten. Und weil alles teurer wird, musst auch du teurer werden, denn du musst diese Preiserhöhungen in deinem Geldbeutel auffangen können.
Der Preis der Erfahrung
Du wirst auf jeden Fall nicht schlechter dastehen. Aber verdienst du es nicht auch, ein wenig besser dazustehen? Du hast ein ganzes Jahr lang (oder länger) Kunden zur Zufriedenheit betreut und mit jeder Stunde bist du auch ein Stück besser geworden. So nennt man Erfahrung. Davon profitiert dein nächster Kunde oder dein bestehender Kunde bei einem neuen Auftrag, und dafür darf er auch gerne bezahlen. Erhöhe also deinen Stundensatz noch ein wenig.
Letztendlich profitiert dein Kunde von deiner Weiterbildung
Wie es sich für einen fleißigen Freelancer gehört, hast du auch in diesem Jahr wieder in deine Entwicklung als Texter, Designer, Programmierer oder Marketer investiert und eine Weiterbildung absolviert. Du kannst deinen Kunden jetzt noch besser, effizienter und kreativer zur Seite stehen. Das rechtfertigt doch die letzte Preiserhöhung, oder?
Und was, wenn alle mich auslachen?
Vielleicht siehst du dich nicht als Unternehmer, aber du bist es. Du musst für dich selbst einstehen und Selbstvertrauen haben. Wenn du im vergangenen Jahr deine Aufträge zur Zufriedenheit ausgeführt hast, nehmen dich deine (potenziellen) Kunden umso ernster, wenn du dafür einen angemessenen Preis verlangst. Vergiss nicht: Deine Qualität wird auch an deinem Preis gemessen.
Also, Preise erhöhen?
Für neue Kunden kannst du deine Preise ohne weiteres erhöhen. Passe deine Website und Flyer an und habe Vertrauen, dass du es wert bist. Mit bestehenden oder wiederkehrenden Kunden kannst du ins Gespräch gehen. Einfach eine Rechnung mit erhöhten Sätzen zu schicken, ist nicht sehr höflich. Erkläre, dass deine Preise ab dem 1. Januar 2018 aufgrund von Inflation, Weiterbildung und Erfahrung um einen bestimmten Prozentsatz steigen. Die meisten Auftraggeber werden darüber nicht allzu überrascht sein. Sie sind selbst Unternehmer. Sie haben auch Preise. Höchstens musst du nach einer kleinen Verhandlung bei der ersten Auftragsannahme ein paar Stunden kostenlose Arbeit anbieten, aber ab diesem Moment ist der Ton und der neue Stundensatz gesetzt.