Du hast das Marketingkapitel in deinem Unternehmensplan vollständig ausgearbeitet und jetzt ist es an der Zeit, diese Daten in Zahlen zu übersetzen. Viele Gründer finden diesen Teil schwierig und lagern ihn aus. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber ich empfehle dir, aktiv an der Erstellung deines Finanzplans beteiligt zu bleiben. Du weißt, was du privat benötigst, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten, welche Investitionen du noch planst, ob du saisonalen Einflüssen ausgesetzt bist und wie lange deine Betriebsmittel halten. Ein Finanzierer erwartet Prognosen, die auf der Realität basieren, und keinen schön gestalteten Plan, an dem der Unternehmer kaum beteiligt war.
Der finanzielle Teil deines Unternehmensplans umfasst die folgenden Punkte:
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Privateinkommen und -ausgaben sowie private Schulden
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Investitionsbudget
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Finanzierungsübersicht
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Betriebsbudget und eine Erläuterung dazu
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Liquiditätsbudget
Privateinkommen und -ausgaben sowie private Schulden
Erstelle eine Übersicht über die festen Ausgaben, die du privat hast. Dazu gehören auch Kosten, die nur ein oder zwei Mal im Jahr anfallen. Wie viel gibst du monatlich für Dinge wie Essen, Kleidung, Sport, Abonnements, Versicherungen und Telefon aus? Vergiss auch deinen Urlaub nicht. Wenn du oder dein Partner noch teilweise angestellt sind, kannst du dieses Gehalt von den festen Ausgaben abziehen. Die Übersicht zeigt dir, was du mindestens aus deinem Unternehmen entnehmen musst.
Investitionsbudget
Erstelle eine Übersicht über alle Produkte und Dienstleistungen, die du bereits angeschafft hast und noch für dein Unternehmen anschaffen musst. Dies ist das Eigenkapital, das du in dein Unternehmen einbringst. Das ist wichtig, denn würdest du als Finanzierer Geld in ein Unternehmen investieren, wenn der Unternehmer selbst nicht bereit ist, Geld einzubringen? Beachte: Das können auch die Stunden sein, die du in die Entwicklung eines bestimmten Produkts oder einer bestimmten Dienstleistung investiert hast.
Finanzierungsübersicht
In dieser Übersicht gibst du die gesamte Investition an und wie diese finanziert wurde oder finanziert werden muss. Angenommen, du benötigst € 100.000. Du hast € 20.000 von deinen Eltern geliehen und selbst € 20.000 investiert. Dann verbleiben noch € 60.000. Fremdkapitalgeber betrachten ein Darlehen von deinen Eltern in der Regel als Eigenkapital.
Betriebsbudget und Erläuterung
Ein Betriebsbudget ist nichts anderes als eine Übersicht über den Umsatz, abzüglich der Kosten, abzüglich der Ausgaben. Der Betrag, der dann übrig bleibt, heißt Nettogewinn vor Steuern. Es muss genug übrig bleiben, um deine privaten Entnahmen, deine Einkommenssteuer und Beiträge zur Sozialversicherung sowie eventuell eine Rücklage für neue Anschaffungen zu decken. In der Erläuterung beschreibst du ausführlich, was du wann verkaufen erwartest, was du wann einkaufen musst und welche Kosten du wann erwartest. Aus einem guten Betriebsbudget und der Erläuterung wird für einen Finanzierer die Lebensfähigkeit des Unternehmens deutlich.
Liquiditätsbudget
Ein Liquiditätsbudget ist eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben pro Monat, aus der hervorgeht, ob du jeden Monat deinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kannst. Angenommen, du bist Webentwickler und erstellst Anfang Mai eine Website für einen Kunden. Es ist üblich, dass der Kunde erst bezahlt, wenn die Website fertig ist. Du sendest dem Kunden am 16. Mai die Rechnung mit einer Zahlungsfrist von 14 Tagen. Er bezahlt die Rechnung nach 20 Tagen, was bedeutet, dass du den Umsatz aus Mai erst im Juni erhältst. Dies wird in einem Liquiditätsbudget dargestellt. Viele Menschen denken, dass man für ein Liquiditätsbudget einfach den Jahresumsatz durch 12 teilt und das monatlich in das Budget einträgt. Im Liquiditätsbudget geht es jedoch um den Zeitpunkt, an dem du das Geld erhältst oder ausgibst. Wenn du dann mit saisonalen Einflüssen zu tun hast, kann es in bestimmten Monaten eng werden.
Jetzt ist auch der finanzielle Teil deines Plans fertig. Überprüfe noch einmal sorgfältig, ob alle Daten mit dem übereinstimmen, was du zuvor geschrieben hast, und sende es dann mit einem guten Gefühl an deine Finanzierer. Viel Erfolg!