In Deutschland erfreut sich das Freelancing großer Beliebtheit, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Aktuell gibt es in Deutschland über 880.000 Selbstständige, und die Prognose besagt, dass diese Zahl bis 2015 auf beeindruckende 950.000 Selbstständige ansteigen wird. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Selbstständige glücklicher sind, weniger Stress haben und Freude an ihrer Arbeit empfinden. Das möchtest du doch auch?

Aber wie funktioniert das: freelancen? Wo fängst du an? Was kommt alles auf dich zu? Und vielleicht am wichtigsten: Wie sorgst du dafür, dass dein Unternehmen erfolgreich wird? Wir helfen dir gerne. Deshalb bietet Freelancer.at 10 praktische Tipps, um 2015 unternehmerisch und erfolgreich zu starten.
 

1. Ein guter Anfang ist die halbe Miete

Dein eigenes Unternehmen beginnt damit, zu wissen, was du als Selbstständiger anzubieten hast. Was macht deine Produkte/Dienstleistungen anders als die deiner Mitbewerber? Und warum sollte deine Zielgruppe sich für dich entscheiden? Denke bei der Beantwortung dieser Fragen auch an dich selbst. Deine Persönlichkeit, dein Netzwerk, deine Bereitschaft, das gewisse Extra zu geben, der Service, den du bieten kannst, deine Flexibilität – all diese Aspekte tragen zu deinem Alleinstellungsmerkmal als Selbstständiger bei.

Viele Selbstständige haben dieses Alleinstellungsmerkmal im Kopf. Dennoch empfehlen wir, alles in einem Businessplan zu dokumentieren. So hast du einen guten Ausgangspunkt, eine Orientierungshilfe und ein Nachschlagewerk in einem. Außerdem wirst du gezwungen, auch die finanziellen Aspekte deines Unternehmens zu betrachten. Welche Investitionen musst du tätigen? Und wie viele Produkte musst du mindestens verkaufen, um die Gewinnschwelle zu erreichen? Wichtige Informationen, die oft durch die Begeisterung für das Unternehmertum vergessen werden.
 

2. Halte deine Selbstständigen-Administration in Ordnung

Vielleicht nicht der spannendste Teil des Unternehmertums, aber eine gute Administration ist ein Muss für jeden Selbstständigen. Stelle sicher, dass du beim Gewerbeamt angemeldet bist, damit du im Besitz einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bist. Beantrage eine VAR-Erklärung (= Erklärung zur Arbeitsbeziehung) beim Finanzamt. Auftraggeber können danach fragen, und es wirkt professionell, wenn du direkt angeben kannst, dass du diese hast. Schließe eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, damit du in der Zukunft nicht mit unangenehmen Überraschungen konfrontiert wirst.

Und dann gibt es noch deine eigene Selbstständigen-Administration. Wie viel kommt monatlich rein, was geht raus? Kannst du dir ein Gehalt auszahlen? Mit welchen Kosten musst du rechnen? Sorge dafür, dass dein Unternehmen finanziell gesund ist und den gesetzlichen Anforderungen an eine Selbstständigen-Administration entspricht. Du kannst natürlich entscheiden, dies selbst zu tun. Das Outsourcing an einen Buchhalter oder Steuerberater ist ebenfalls eine Option. Sei dir jedoch der Kosten bewusst.
 

3. Erstelle eine Kundendatenbank

Je mehr du über deine (potenziellen) Auftraggeber weißt, desto besser. Halte daher Kundenlisten mit Kontaktdaten deiner aktuellen, potenziellen und 'alten' Auftraggebern. Ergänze diese Daten mit Kontaktmomenten, Reaktionen und Auftragsinformationen. So hast du einen guten Überblick und lernst von deinen Kunden. Du weißt nie, wann das nützlich sein könnte!
 

4. Sorge dafür, dass Auftraggeber dich finden können

Du bist das Gesicht deines Unternehmens. Daher ist es wichtig, dass du online gut gefunden wirst. Deine öffentlichen Profile auf Plattformen wie LinkedIn und im Selbstständigen-Netzwerk Deutschland sollten vollständig und konsistent ausgefüllt und gepflegt werden. So können nicht nur Auftraggeber, sondern auch Kollegen und Freelancer dich leicht finden.
Auf Freelancer.at kannst du sogar gezielte Schlüsselwörter in deinem öffentlichen Profil verwenden, damit dein Profil in den Google-Rankings höher eingestuft wird. Nutze diese Mittel, um deine eigene Auffindbarkeit zu erhöhen.
 

5. Sorge dafür, dass Auftraggeber deine Produkte/Dienstleistungen finden können

Auftraggeber möchten vor einer Zusammenarbeit mehr über die Produkte/Dienstleistungen erfahren, die du anbietest. Mach dich bekannt, indem du ein Logo erstellen lässt, eine professionelle Website oder eine App. Auf deiner eigenen Website hast du die Möglichkeit, Produktinformationen bereitzustellen, Referenzen zu zeigen, häufig gestellte Fragen zu beantworten und Kontaktdaten bereitzustellen. Darüber hinaus fördern Business-Seiten in sozialen Medien wie LinkedIn, Twitter und Facebook den Dialog mit (potenziellen) Kunden.
 

6. Bewirb deine Produkte und Dienstleistungen

Kunden kommen nicht von selbst, dafür musst du aktiv werden. Welche Mittel du einsetzt, hängt vom Markt ab, in dem du tätig bist, und von den Produkten/Dienstleistungen, die du anbietest. Ein Mittel, das du in Betracht ziehen kannst, ist Content Marketing. Pflege einen Blog oder einen Nachrichtenbereich auf deiner Website, in dem du branchenspezifische Informationen mit (potenziellen) Auftraggebern und Interessierten teilst. So zeigst du deine Expertise und hältst den Kontakt warm. Auch das Bereitstellen von E-Books und Infografiken erhöht die Sichtbarkeit deines Unternehmens.
Hast du Neuigkeiten zu berichten? Schreibe dann einmal eine Pressemitteilung und sende sie an renommierte Presseagenturen. Eine mögliche Veröffentlichung hilft, deine Bekanntheit und deinen Mehrwert auf dem Markt zu steigern. Eine weitere Möglichkeit, potenzielle Kunden auf deine Website zu ziehen, ist die Nutzung von Google AdWords. Erstelle eine Kampagne mit für dich relevanten Schlüsselwörtern und beeinflusse deine Sichtbarkeit bei Google.
 

7. Halte, was du versprichst

Formuliere, was deine Kundenversprechen sind, und mache diese bekannt. So wissen Auftraggeber, was sie von dir erwarten können. Je konkreter du die Versprechen formulierst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Auftraggeber sich für dich entscheiden. Es liegt dann an dir, diese Versprechen einzuhalten. Schaffst du das, hast du zufriedene Kunden, übertriffst ihre Erwartungen und legst eine gute Basis für eine langfristige Beziehung.
 

8. Pflege deine Kundendatenbank

Das Gewinnen von Auftraggebern kostet Zeit und Energie, aber einmal gewonnen, ist es wichtig, eine Beziehung zu deinen Kunden aufzubauen. Sorge dafür, dass es regelmäßig Kontaktmomente zwischen dir und deinen Kunden gibt. Zum Beispiel, indem du sie zu deinem Newsletter hinzufügst oder informative Tweets sendest. Beantworte auch zeitnah E-Mails und sende Erinnerungen für offene Fragen. So bleibst du bei deinen Auftraggebern im Gedächtnis.
 

9. Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken

77 % der Freelancer finden einen Auftrag über ihr eigenes Netzwerk. Eine sehr wichtige Quelle, die du gut pflegen solltest. Wie bei allen Beziehungen geht es um Geben und Nehmen. Sei bereit, dein Netzwerk mit Rat zu unterstützen, damit sie in Zukunft bereit sind, dir etwas zurückzugeben. Bitte dein Netzwerk um Hilfe und halte sie über deine Unternehmensentwicklungen auf dem Laufenden. Und auch für dein Netzwerk gilt, dass es nicht um die Quantität, sondern um die Qualität geht. Sei daher kritisch, mit wem du dich auf LinkedIn vernetzt oder an wen du einen Newsletter sendest.
 

10. Bitte um Referenzen

Auftrag abgeschlossen? Bitte um eine Referenz. Auftraggeber geben selten von sich aus eine Empfehlung, also übernimm hier die Initiative. Neben Auftraggebern kannst du auch an ehemalige Kollegen, Mitkursteilnehmer oder frühere Arbeitgeber denken, um eine Referenz zu bitten.
Platziere diese Referenzen anschließend auf deiner Website, deinem LinkedIn-Profil und füge sie deinem Lebenslauf hinzu. So stärkst du dein Profil, wirst besser auffindbar und potenzielle Kunden erhalten ein vollständiges Bild von dir.


Quellen:
*http://www.ikwordzzper.nl/landelijk/zzp-kennisbank/cijfers-en-kengetallen/wat-zijn-de-zzp-kengetallen-volgens-het-cbs
*http://www.nu.nl/zzp/3728084/zzper-gelukkiger-als-zelfstandige.html
*http://www.zipconomy.nl/2014/03/zelfstandige-professional-gelukkiger-dan-in-vast-dienstverband/
*http://www.klantbeloften.nl/