Als Freelancer ist es entscheidend, deine geleisteten Stunden systematisch zu erfassen. Dies ist nicht nur für deinen Auftraggeber wichtig, sondern auch notwendig, um Anspruch auf den Unternehmerabzug zu haben. Darüber hinaus bietet eine gute Stundenregistrierung Vorteile für dich selbst: Du erhältst Einblick, wie du deine Zeit verbringst, und lernst effizienter zu arbeiten.

Nach jedem Auftrag evaluieren

Indem du nach jedem Auftrag die aufgewendete Zeit evaluierst, wirst du besser darin, die Dauer spezifischer Arbeiten einzuschätzen. Nach Abschluss eines Projekts ist es wertvoll, für jeden Teilbereich zu betrachten, wie viel Zeit du dafür benötigt hast. Vielleicht fällt dir auf, dass einige Aufgaben länger dauerten als erwartet, während andere schneller erledigt waren. So entdeckst du, ob du deine Angebote systematisch zu hoch oder zu niedrig einschätzt. Auch die Erfassung von nicht direkt produktiver Zeit innerhalb eines Projekts hilft dir zu bestimmen, was du deinem Auftraggeber in Rechnung stellen kannst oder nicht. Auf lange Sicht kannst du so eine bessere Zeitabschätzung vornehmen.

Genau fakturieren

Mit einer präzisen Stundenregistrierung kannst du deinem Kunden klar erklären, wie der Endbetrag zustande gekommen ist. Dies ist besonders wertvoll, wenn du ein Angebot auf Basis eines geschätzten Preises abgegeben hast. Da du alle geleisteten Stunden erfasst hast, kannst du eine endgültige Abrechnung erstellen. Änderungen in der Briefing oder unerwartete zusätzliche Arbeiten kannst du einfach mit deiner Registrierung nachweisen. So verhinderst du mögliche Konflikte, wie in diesen Tipps beschrieben.

Stundenkriterium für den Unternehmerabzug

Eine Stundenregistrierung ist nicht nur nützlich für deinen eigenen Überblick, sondern auch essenziell für das Finanzamt. Als Unternehmer mit einer Rechtsform ohne Rechtspersönlichkeit profitierst du nur vom Unternehmerabzug, wenn du das jährliche Stundenkriterium erfüllst. Dies musst du mit deiner Buchhaltung nachweisen, weshalb eine gute Stundenregistrierung unverzichtbar ist.

Auf Papier oder mit einer App

Indem du regelmäßig deine Zeit notierst, hältst du deine geleisteten Stunden genau fest. Je öfter du dies tust, desto einfacher wird es. Mache es dir zur Gewohnheit, besonders in den ersten Jahren als Freelancer. Du kannst die Zeit auf Papier oder in einem Kalender erfassen, aber es gibt auch praktische Apps und Programme, die Anfangs- und Endzeiten registrieren und dir einen Überblick pro Tag oder Woche pro Projekt geben.

Indem du sowohl die Stunden, die du für einen Auftrag aufwendest, als auch die Zwischenzeiten festhältst, erhältst du ein klares Bild deiner täglichen Arbeiten. Dies hilft dir nicht nur, Aufgaben effizienter zu erledigen, sondern macht dich auch bewusst, wie du deine Tage einteilst. Es verhindert das frustrierende Gefühl, am Ende eines Tages hart gearbeitet zu haben, ohne Ergebnisse zu sehen. Besonders wenn du als Freelancer von zu Hause aus arbeitest, können die Tage ähnlich erscheinen. Mit einer guten Stundenregistrierung wirst du dir deiner Produktivität bewusster.