Als angehender Freelancer hast du deinen Stundensatz berechnet, aber es ist ebenso wichtig, dass du diesen Preis überzeugend an Kunden kommunizieren kannst. Dies gilt sowohl für die Festlegung eines hohen oder niedrigen Satzes als auch für die Erhöhung deiner Preise in der Zukunft. Stelle sicher, dass du immer klar begründen kannst, warum du deinen Stundensatz verlangst.
Sei dir deines Tarifs bewusst
Um deine Preise gut zu untermauern, musst du genau wissen, warum du einen hohen, niedrigen oder durchschnittlichen Satz verlangst. Wie hoch dein Stundensatz auch ist, es ist normal, dass du diesen im Laufe der Zeit erhöhen möchtest. Für angehende Freelancer ist es oft schwierig, einen passenden Stundensatz zu bestimmen, da du den Markt noch nicht gut kennst und deine eigene Expertise und Dienstleistung noch nicht vollständig einschätzen kannst. Passe deine Preise daher sorgfältig an; bestehende Kunden könnten Fragen haben, wenn dein Stundensatz plötzlich steigt.
Zu günstig, ohne es zu merken
Ein niedriger Stundensatz kann bedeuten, dass du für den Kunden günstig bist. Das muss kein Problem sein, solange du deine Kosten deckst und einen kleinen Gewinn erzielst. Es ist jedoch schade, wenn du möglicherweise mehr verdienen könntest. Manchmal bist du dir nicht einmal bewusst, dass du zu günstig arbeitest. Achte auf die Reaktionen der Kunden; sie könnten schmunzeln, wenn du deinen Satz nennst, bevor du einen Auftrag annimmst, oder du merkst es erst nach Abschluss des Projekts.
Zu günstig mit Gründen
Du kannst auch bewusst einen niedrigen Satz verlangen. Vielleicht unterschätzt du dich selbst, weil du zweifelst, ob du den Auftrag bewältigen kannst, und kompensierst das mit einem niedrigen Stundensatz. Es kann auch sein, dass du regelmäßig eine falsche Zeitschätzung vornimmst, wodurch dein Angebot im Nachhinein zu niedrig erscheint im Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Wenn du das häufig bemerkst, versuche herauszufinden, wo das Problem liegt. Führe eine Stundenerfassung durch, damit du zukünftige Angebote besser auf die Realität abstimmen kannst. Ist es schwierig, das Problem zu finden? Berechne in Zukunft einen höheren Prozentsatz als ursprünglich geplant, um das Risiko zusätzlicher Zeit abzudecken.
Zu teuer mit oder ohne Grund
Wenn du zu teuer bist, kann das unangenehmer sein, als zu günstig zu sein. Du könntest interessante Aufträge verpassen und gute Referenzen bleiben aus. Überlege dir gut, warum du 'zu teuer' bist. Machst du dies bewusst als Teil deiner Unternehmensstrategie? Oder hast du Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen? Vielleicht hast du noch nicht genug Erfahrung in der Festlegung von Preisen und Angebotsstellung? Es kann auch sein, dass du qualitativ hochwertige Arbeit leistest und dein Stundensatz damit im Einklang steht. Wenn Werbung jedoch keine zusätzlichen Aufträge bringt, ist die Schlussfolgerung klar: Deine Preise sind zu hoch.
Umgang mit einem hohen Tarif
Ob du zu teuer bist, hängt auch von der Wirtschaftslage ab. In deiner Region könnte es weniger Arbeit geben, was zu mehr Konkurrenz führt und deine Überlebenschancen beeinflusst. In diesem Fall solltest du in Erwägung ziehen, umzuziehen oder deine Zielgruppe zu ändern. Eine andere Möglichkeit ist, mit Kunden zu verhandeln. Wenn sie dein Angebot aufgrund des Preises nicht akzeptieren, kannst du einen etwas niedrigeren Satz vorschlagen. Achte jedoch darauf, dass du nicht unter Druck gerätst, noch weiter zu senken.
Stundensatz senken
Wenn du merkst, dass du strukturell zu teuer bist, kommst du kaum umhin, deine Preise zu senken. Finde ein Gleichgewicht zwischen mehr Aufträgen zu einem niedrigeren Tarif oder weniger Aufträgen zu einem höheren Tarif. Bedenke, dass Arbeiten zu einem niedrigeren Tarif dir zusätzliche Erfahrung bringt, deine Expertise erhöht, du Referenzen aufbaust und du langfristig deine Preise wieder erhöhen kannst. Ein niedrigerer Tarif kann also auch Vorteile haben. Wenn eine Senkung für dich keine Option ist, schaue, ob du an anderen Kosten sparen kannst.
Stundensatz erhöhen
Viele Freelancer möchten im Laufe der Zeit ihren Stundensatz erhöhen. Dies kann durch eine veränderte Position, mehr Expertise oder als Teil ihrer Strategie geschehen. Was auch immer der Grund ist, führe eine Erhöhung immer schrittweise und mit Bedacht durch. Du könntest nämlich Kunden verlieren. Informiere die Kunden etwa drei Monate im Voraus über die Preiserhöhung, damit sie sich an den Gedanken gewöhnen können. Wenn deine Preise für sie zu hoch sind, können sie rechtzeitig einen anderen Freelancer suchen. Neuen Kunden kannst du direkt den höheren Tarif anbieten. Achte darauf, welche Preise du verlangst, um Verwirrung zu vermeiden.
Einmalig oder schrittweise erhöhen
Du kannst deinen Tarif einmalig erhöhen, zum Beispiel von 45 auf 125 Euro. Dies kann zu einem Verlust von Kunden führen, aber auch zu neuen Kunden, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Eine andere Möglichkeit ist, den Tarif schrittweise über ein Jahr hinweg in kleinen Schritten zu erhöhen. Da Kunden bei jeder Erhöhung abspringen können, solltest du dich fragen, ob deine Qualität die Preiserhöhung rechtfertigt. Es könnte zwar länger dauern, um auf 125 Euro zu kommen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du bestehende Kunden behältst, ist größer.
Egal, wie dein Stundensatz im Vergleich zu anderen Freelancern in deiner Branche ist, sei dir immer deiner Position auf dem Markt sowie deiner Qualität und Expertise bewusst. Wenn du deinen Tarif für dich selbst begründen kannst, kannst du ihn auch an Kunden verkaufen. Der Stundensatz oder das Angebot muss nicht für jeden Kunden gleich sein. Durch Flexibilität entdeckst du letztendlich deinen optimalen Freelancetarif.